Die gesetzliche Pflegeversicherung

Wer seinen Alltag aufgrund einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung nicht (mehr) alleine bewältigen kann, ist im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes pflegebedürftig. Er kann bei seiner Krankenkasse Geld- oder Sachleistungen beantragen.

Ob eine Person pflegebedürftig ist, prüfen Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) bei einem Hausbesuch. Sie beurteilen, ob und wie viel Hilfe benötigt wird und ordnen den Versicherten einer der fünf Pflegestufen zu.

Tipp: Stellen Sie die tatsächliche Pflege-situation dar. Ein Pflegetagebuch kann dabei hilfreich sein. Um zu vermeiden, dass Fragen offenbleiben, sollte ein Angehöriger bzw. die pflegende Person anwesend sein. Bei Ablehnung der Pflegeleistung kann innerhalb eines Monats Widerspruch eingelegt werden.

Pflegestufen

Pflegestufe 0

Personen mit „eingeschränkter Alltagskompetenz“

Pflegestufe 1

erheblich pflegebedürftig; durchschnittlicher täglicher Zeitaufwand mindestens 90 Minuten, davon mindestens 45 Minuten Grundpflege

Pflegestufe 2

schwerpflegebedürftig; durchschnittlicher täglicher Zeitaufwand mindestens 3 Stunden, davon mindestens 2 Stunden Grundpflege

Pflegestufe 3

schwerstpflegebedürftig; durchschnittlicher täglicher Zeitaufwand mindestens 5 Stunden, davon mindestens 4 Stunden Grundpflege

Pflegestufe 4

Härtefallregelung bei außergewöhnlich hohem Pflegeaufwand

Mit Einführung des Pflegestärkungsgesetz I zum 1. Januar 2015 sind die Pflegeleistungen deutlich ausgeweitet worden. Mit dem Pflegestärkungsgesetz II, das am 1. Januar 2016 in Kraft treten soll, wird ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff eingeführt. Damit haben zukünftig auch Demenzkranke einen Anspruch auf Pflegestufe. Ein neues Begutachtungsverfahren und die Umstellung der Leistungsbeträge sollen zum 1. Januar 2017 wirksam werden.

Leistungen der Pflegeversicherung

Entsprechend der Pflegestufe leisten die Pflegekassen Pauschalsätze für Kurzzeit- und Verhinderungspflege, teilstationäre Tages- oder Nachtpflege oder für eine dauerhafte vollstationäre Unterbringung.

Pflegegeld

Ist die häusliche Pflege sichergestellt, erhält der zu Pflegende von seiner Pflegekasse Pflegegeld. Dies kann er der Pflegeperson oder dem Pflegedienst zukommen lassen oder mit Sachleistungen kombinieren.

Pflegesachleistungen

Bei häuslicher Pflege hat die zu pflegende Person Anspruch auf Sachleistung in Form von Grundpflege und hauswirtschaftlicher Versorgung, die von einem ambulanten Dienst erbracht werden kann. Als weitere Leistungen werden gewährt: Pflegeberatung (Pflicht bei privater Pflege), Pflegekurse, Pflegehilfsmittel, Zusatzleistungen bei erheblichem allgemeinem Betreuungsbedarf, eine soziale Sicherung der pflegenden Person und Mittel zur Wohnungsanpassung.

Informieren Sie sich auch bei Ihrer Pflegeversicherung, dem PflegeStützpunkt oder beim Servicetelefon des Bundesgesundheitsministeriums:    0 30/3 40 60 66-02

Rechtliche Bedingungen nach dem Stand von 11/2015.